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Urbaner Datenraum Bodensee

In den vergangenen Jahren hat die Relevanz der Datenwirtschaft stark zugenommen. Die Anzahl von Datenlieferanten und Datennutzern steigt ebenso wie der Bedarf an Datendiensten, -experten und -produkten. Die Datenwirtschaft hat erhebliche Auswirkungen auf die Industrie, den Finanzsektor, das verarbeitende Gewerbe, den Dienstleistungssektor und den öffentlichen Sektor durch die Verwendung von datenbezogenen Technologien wie dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT). Auch Kommunen tragen in vielerlei Hinsicht dazu bei, dass der Wertschöpfungsprozess der internationalen Datenwirtschaft stattfindet. Immerhin werden viele sogenannte verhaltensgenerierte Daten durch Bürger auf der bestehenden kommunalen Infrastruktur erhoben. Zudem verfügen die Kommunen bereits heute über enorme Datenbestände, welche aber zumeist in Datensilos lagern und damit kaum effizient genutzt werden können. Smarte Objekte im öffentlichen Raum wie mit Sensorik ausgestattete Laternen, Umweltmessstationen und Anlagen zur Verkehrssteuerung werden es zukünftig ermöglichen, mit smarten Daten in völlig neue Sphären der Datenquantität und -qualität vorzustoßen. Die kostengünstige wie effektive Nutzung dieser smarten Daten und smarten Objekte ist auch für die Kommunen in vielerlei Vorhaben hochinteressant.

Ziel des Arbeitspaketes ist die wissenschaftliche Begleitung der Städte bei ihrer Konzeption eines städtisch-urbanen Datenraums, verbunden mit einem Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch. Der urbane Datenraum ist dabei ein 2018 durch das Fraunhofer-Institut FOKUS entwickeltes methodisches Konzept und praktisches Konstrukt für ein nahtloses digitales Gebilde, das die Entwicklung neuartiger und auf Daten beruhender Produkte und Dienstleistungen ermöglicht. In institutioneller und personeller Hinsicht kann man sich einen Datenraum als ein Netzwerk von Akteuren vorstellen. Technisch muss er als eine IT-Dateninfrastruktur konstruiert werden. Offene technische Standards stellen dabei sicher, dass die Daten dezentral zwischen Akteuren und Systemen des Datenraums sicher ausgetauscht und miteinander verknüpft werden können. In rechtlicher Hinsicht sollte sich der Datenraum mit klaren, einheitlichen Regeln präsentieren, indem der Anspruch auf Datensicherheit, Datensouveränität und Datenschutz entsprechend der DSGVO gilt. Der Datenraum überwindet die heutigen Probleme der Datensilos, indem er den Weg hin zu innovativen Diensten ermöglicht und gleichzeitig den Datenschutz für personenbezogene Daten und Datensicherheit gewährleistet. Die im Rahmen der Projekte zu sammelnden Dokumente und Erfahrungen über das organisationale und rechtliche Vorgehen sowie die IT-Architektur können als eine Art Blaupause weiteren Städten und Gemeinden dabei helfen, die Schaffung eigener urbaner Datenräume und eines grenzübergreifenden Datenraums Bodensee zu beschleunigen.

Zugeordnete Projekte

 

Stadt Konstanz: Open Data

Stadt Friedrichshafen: Data-Mining in der Verwaltung – Daten heben, managen, nutzen

Kontakt

 

Prof. Dr. Jörn von Lucke
Lehrstuhl für Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik
Zeppelin Universität
+49 7541 6009 1471

Am Seemooser Horn 20
88045 Friedrichshafen
Deutschland